Therapiebegleithunde

Ein Therapiebegleithunde-Team besteht aus einer Hundehalterin oder einem Hundehalter und ihrem oder seinem ausgebildeten und geprüften Hund. Die Basis der hundegestützten Therapie ist ein menschenfreundlicher Hund und ein gut geschulter Mensch, der seinen Hund und sein Ausdrucksverhalten sehr gut kennt und einschätzen kann. Stressmanagement bei Mensch und Hund stehen im tiergestützten Einsatz an erster Stelle.

Die Anforderungen an Hund und Mensch sind groß!

Ausbildungsziel und Qualifikationsprofil

Die Ausbildung zum zertifizierten Therapiebegleithunde Team vermittelt eine wissenschaftlich und methodisch hochwertige Praxisausbildung, die das zertifizierte Team zur Beschäftigung in folgenden Tätigkeitsbereichen befähigt:

  • tierschutzkonformer, achtsamer, fairer, hundegerechter und auf wissenschaftlich anerkannten Methoden basierender Umgang mit dem eigenen Therapiebegleithund
  • selbständiges Bewerben, Planen und Durchführen von tiergestützten Settings mit dem Therapiebegleithund als Medium im eigenen Berufsumfeld oder unter Aufsicht von Fachpersonal im Humanbereich
  • selbständiges Einsatz- und Stressmanagement mit dem eigenen Therapiebegleithund unter Berücksichtigung und Kenntnis des Ausdrucksverhaltens von Hunden und seiner individuellen Bedürfnisse
  • selbständiges Gesundheitsmanagement des Therapiebegleithundes
  • Kenntnis und Umsetzung von Tierschutzgesetz, Hygiene- und Erste Hilfe Maßnahmen im Einsatz und Umgang mit dem Hund
  • Kenntnis der Grundlagen der Anthrozoologie und deren Umsetzung im eigenen Berufsfeld oder unter Aufsicht von Fachpersonal aus dem Humanbereich
  • Ausbildung gemäß den Richtlinien des Sozialministeriums
  • Zertifizierung gemäß §39a Bundesbehindertengesetz

Zugangsvoraussetzungen

In einem oder zwei Vorgesprächen und Kennenlernterminen werden einerseits die Motivation der Hundehalterin oder des Hundehalters und die Einschätzung über den eigenen Hund abgefragt (ohne Bewertung) und andererseits die Eignung des Hundes bewertet. Die Ausbildung umfaßt die Vermittlung von spezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten bezüglich der tiergestützten Intervention. Dazu braucht es eine gute Basis. Das Alltagstraining sollte auf einem guten Stand sein. Es macht sehr viel Sinn, vom Welpenalter an ein vernünftiges Alltagstraining zu praktizieren.

Grundvoraussetzungen, um an den Erstgesprächen und Kennenlernterminen teilnehmen zu können sind:

  • die Volljährigkeit der Hundehalterin oder des Hundehalters
  • maximal 2 Jahre alter 16h Erste Hilfe Kurs bzw. regelmäßiger Nachschulungsnachweis
  • die Hundehalterin oder der Hundehalter muss im weitesten Sinne im therapeutischen, betreuenden, sozialen, pflegenden oder pädagogischen Bereich ausgebildet sein
  • üblicherweise sind Sie die Hundehalterin oder der Hundehalter eingetragene Besitzerin oder eingetragener Besitzer des Hundes
  • der Hund muss mindestens ein Jahr alt sein
  • der Hund muss gechippt und amtlich registriert sein
  • Hunde, mit denen Schutz- oder Jagdhundearbeit oder -ausbildung gemacht wird, sind nicht zur TBH Ausbildung zugelassen

Die Hundehalterin oder der Hundehalter muss neben den o. a. Grundvoraussetzungen einige Fähigkeiten und grundlegendes Wissen über ihren oder seinen Hund mitbringen. Folgende Fragen sollten Sie mit Ja beantworten können:

  • Verwenden Sie im Alltag und Training ein oder mehrere Markersignale und sind Sie mit den Grundzügen des Markertrainings vertraut?
  • Haben Sie eine aktuelle Belohnungsliste, die sie regelmäßig updaten?
  • Ist Ihr Hund bereits mit einer Sicherheitszone vertraut?
  • Wissen Sie, wie Sie Ihren Hund entspannen können (aktive Entspannung, isometrische Übungen)?
  • Kennen Sie die Bedürfnisse Ihres Hundes?
  • Begrüßt Ihr Hund Menschen freundlich (ohne an Ihnen hochzuspringen)?
  • Kann Ihr Hund auch in neuen Situationen an lockerer Leine gehen (damit ist nicht das übliche Fuß-Gehen gemeint)?
  • Ist Ihr Hund auch in erregenden Situationen mit starker Ablenkung abrufbar?
  • Kann sich Ihr Hund in erregenden Situationen mit starker Ablenkung zu Ihnen umorientieren?
  • Kennt Ihr Hund eine Pausendecke und kann er entspannt unter Ablenkung darauf liegen bleiben?
  • Kann Ihr Hund ein verlässliches Sitzen und Bleiben?
  • Machen Sie mit Ihrem Hund aktives Maulkorbtraining?
  • Sie machen mit Ihrem Hund aktives Medicaltraining und eine allgemeine tierärztliche Kontrolle ist weitestgehend stressfrei für den Hund möglich und wird von Ihnen entsprechend unterstützt:
    • Augenkontrolle
    • Ohrenkonrolle
    • Maul- und Zahnkontrolle
    • Pfotenkontrolle
    • Lunge- und Herzkontrolle (abhören)
    • Seitenlage
    • Impfen
    • Blutabnahme

Diese wichtige Eigenschaft muss Ihr Hund mitbringen: Er soll Menschen mögen und ihnen gegenüber aufgeschlossen sein. Er soll Interesse an der Interaktion mit dem Menschen haben und mit Ihrer Unterstützung Menschen mit unüblichen Bewegungsmustern, veränderter Vokalisation und unabhängig der Äußerlichkeiten begegnen. Er sollte bereits in der Lage sein, ein für Menschen angemessenes Begrüßungsverhalten zu zeigen.

Wichtig! Ich achte darauf, dass das Alltagstraining und der Umgang mit dem Hund tierschutzkonform sind und der Hund gewaltfrei lernen durfte und darf.

Sie können sich jederzeit für Vorgespräch und Kennenlerntermin anmelden.

Im Sinne der Hunde

Hunde, die Phobien, Ängste oder Aggressionsverhalten zeigen sollten auf jeden Fall professionell begleitet werden. Sie sind als Therapiebegleithund nicht geeignet.

Lehrgangsaufbau

Die Ausbildung basiert auf drei Säulen.

1. Selbstgesteuertes Lernen

Über die Online-Lernplattform kann sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer auf die gemeinsamen Seminare vorbereiten. Zu jedem Thema werden Lerninhalte, Aufgaben und Feedback zu den Aufgaben und auch Lernkontrollen zur Verfügung gestellt. Die Erarbeitung der Module findet in Selbstorganisation statt. Der Austausch bei Fragen findet über Foren und einem monatlichen virtuellen Meeting statt.

2. Theorieseminare

Der Lehrgang zum Therapiebegleithunde-Team beinhaltet folgende Themen in Seminarform (Teilnahme ohne Hund):

  • Ausdrucksverhalten des Hundes
  • Frust
  • Erregung
  • Stress und Stresssmanagement
  • Angst
  • Tierschutz im tiergestützten Setting (mit Tierschutzombudsfrau Dr. Jutta Wagner)
  • Gesundheitsmanagement beim TBH inklusive Schulung durch den Veterinärmediziner (Dr. Herwig Woschnjak)
  • Grundlagen des tiergestützten Settings

Zusätzlich findet einmal im Monat ein virtuelles Meeting statt. In diesem Meeting können Fragen zum Training bearbeitet werden. Desweiteren werden die assistierten Einsätze dort gemeinsam vorbereitet.

Jeden ersten Mittwoch im Monat 19 bis 20 Uhr

Terminänderungen vorbehalten. Die genauen Termine gebe ich Ihnen bei Ausbildungsbeginn bekannt.

3. Praxis

a) Training: Grundlagen des tiergestützten Settings

Einmal die Woche findet ein Einsatztraining statt. In Summe werden in einem Jahr Ausbildungsdauer ca. 40 Trainings angeboten. In diesen Trainings werden Fähigkeiten erworben, die für den Therapiebegleithund im Einsatz und auch im Alltag nützlich sind. Jeweils für die Bereiche Gehhilfen, Rollstuhl, liegende Klienten, sitzende Klienten und stehende und bewegende Klienten werden die Trainings gestaltet:

  • Epuipment für das TGS
  • Targets für das TGS
  • Tricks für das TGS
  • Berührungen, Körperkontakt im TGS
  • Futter im TGS
  • Spiele und Spielzeug im TGS

Die Praxisbeispiele werden durch die E-Learning-Plattform unterstützt. So können Trainingspläne und Abläufe optimiert werden. Um mit den assistierten Einsätzen beginnen zu können, müssen mindestens 20 Trainings absolviert werden. Insgesamt sollten bis zur Prüfung mindestens 30 Trainings besucht werden.

Oktober bis März Samstag von 10 bis 11 Uhr

April bis September Dienstag von 18 bis 19 Uhr

Terminänderungen vorbehalten. Die genauen Termine gebe ich Ihnen bei Ausbildungsbeginn bekannt.

b) Assistierte Einsätze

Einmal die Woche finden assistierte Einsätze zu verschiedenen Themengebieten statt. Üblicherweise gibt es in einem Lehrgang die Möglichkeit für ca. 20 Einsätze. Die Einsätze werden wie gesagt in den virtuellen Meetings im Detail vorbereitet. Diese Bereiche sind üblich, die Auswahl hängt von den aktuellen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ab:

  • Kinder- und Jugendliche
  • Behinderte Menschen
  • Senioren
  • Pflegebereich

Für den Prüfungsantritt müssen mindestens 15 assistierte Einsätze absolviert werden.

Ganzjährig Freitag von 17 bis 18 Uhr

Terminänderungen vorbehalten. Die genauen Termine gebe ich Ihnen bei Ausbildungsbeginn bekannt.

Lehrgangsdauer

Die Gesamtausbildungsdauer ist 12 Monate. Der Lehrgang beginnt immer Anfang Oktober.

Ausbildungszeiten

Die Ausbildung ist berufsbegleitend in Wochenendseminaren in Theorie (Vortrag, Workshop) und dienstagabends, freitags und samstags Praxis (Hundetraining, Einsätze) angelegt. Die Termine werden bei Ausbildungsbeginn bekannt gegeben und können somit langfristig geplant werden.

Zertifikat

Die Abschlußprüfung findet schriftlich im pfotenland Bildungszentrum und praktisch vor den Sachverständigen des Messerli Institutes statt.

Nach der Erstkontrolle ist zur Aufrechterhaltung und Verlängerung des Zertifikates eine jährliche Nachkontrolle (spätestens nach 15 Monaten) des Mensch-Hund-Teams unter Aufsicht der Sachverständigen des Messerli Institutes notwendig. Es müssen mindestens 12 und dürfen maximal 96 Einsätze während der 12 Monate gemacht werden (maximal 8 Einsätze pro Monat und maximal vorübergehend 3 pro Woche). In zwei Jahren sind mindestens 20 Stunden anerkannte, fachspezifische Weiterbildung nachzuweisen.

Fortbildungen

Hier finden Sie die Liste von anerkannten Fortbildungen für Therapiebegleithunde-Teams.

Sie finden hier alle Workshops und Seminare im pfotenland, die als Fortbildung anerkannt sind.

Darunter sind auch folgende Veranstaltungen, spezifisch zum tiergestützten Setting:

2018

Wertschätzende Kommunikation im Tierberuf – 03.06.2018 von 9:00 bis 17:30
Naturpädagogik für Kinder mit dem Therapiebegleithund – 06.07.2018 bis 11.08.2018 von Ganztägig
Wassertherapiebegleithunde 2018 – 09.07.2018 bis 14.07.2018 von 9:00 bis 17:30

Informationsveranstaltungen

Weitere Fragen können Sie bei einem der folgenden Infoveranstaltungen stellen:

2018

TBH Netzwerktreffen – 20.05.2018 von 12:00 bis 15:00
WTBH Infoabend – 30.05.2018 von 18:00 bis 20:00
WTBH Infoabend – 28.06.2018 von 18:00 bis 20:00
TBH Netzwerktreffen – 26.08.2018 von 12:00 bis 15:00
TBH Netzwerktreffen – 25.11.2018 von 12:00 bis 15:00

Anmeldung zur Eignungsprüfung

aktive geprüfte Teams

Hier finden Sie geprüfte Teams, die derzeit aktiv im Einsatz sind.

Mehr Informationen über Therapiebegleithunde

tiergestützte Intervention im echten Leben

Auswahl, Ausbildung und Prüfung, Einsatzbereiche

Welche Hunde sind für diesen Beruf geeignet?